Artikel-Schlagworte: „Krankenversicherung“
Wer heute nicht privat versichert ist, muss im Falle der Notwendigkeit einer stationären Behandlung oft mit langen Wartezeiten für OP Termine, einer suboptimalen Versorgung im Krankenhaus und einer schlechten Krankenhausnachbetreuung rechnen. Leider kann in die private Krankenvollversicherung erst ab einer einer bestimmten Einkommensschwelle gewechselt werden, so dass der Abschluss einer Krankenhauszusatzversicherung sehr wichtig und angesichts weiterer Gesundheitsreformen immer wichtiger wird. Denn: Was heute noch im Rahmen der Gestzlichen Krankenversicherung abgesichert ist, kann nicht für die Zukunft garantiert werden, obwohl die stationäre Behandlung von Gesetzlich Versicherten schon heute an allen Ecken zu wünschen übrig lässt.
Eine sehr zu empfehlende Krankenhauszusatzversicherung ist die ARAG Tarif 261, der die Unterbringung in einem Einbettzimmer garantiert. Allerdings sollte nicht zu sehr darauf geachtet werden, zumal bedacht werden muss, dass auch bei einer Unterbringung im Zweibettzimmer, was bei dem deutlich günstigeren Arag Tarif 262 der Fall ist, die stationäre Aufnahme in die Privatstation des Krankenhauses erfolgt. Damit verbunden ist nicht nur eine bessere Behandlung durch Ärzte, sondern es stehen dem Patienten auch mehr Krankenschwestern zur Verfügung.
Wichtiger ist aber, dass die ARAG Krankenhauszusatzversicherung die freie Klinikwahl garantiert, ohne, dass der Patient die Mehrkosten einer auf dem Überweisungsschein angegebenen Klinik zu zahlen hat. Zudem hat der Versicherte der Krankenhauszusatzversicherung wie ein “vollwertiger” Privatpatient den Anspruch auf eine Chefarztbehandlung (wobei allerdings allgemein die freie Arztwahl höher zu bewerten ist, da lehrende Chefarzt nicht zwangsläufig immer die bessere Routine und Erfahrung im Operieren haben muss).
Wichtig einzustufen ist auch die Garantie einer mit der stationären Behandlung verbundenen Vor- und Nachbehandlung. Darüber hinaus leistet eine gute Zusatzversicherung Krankenhaus wie die ARAG auch für ambulante Operationen in einer Klinik, auch wenn diese von Privatärzten vorgenommen wird, sofern dadurch die stationäre Aufnahme umgangen werden kann.
Wichtig zu beachten ist auch, dass Markenzeichen eines guten Klinik Tarifes es ist, dass diese auch mehr leistet als die vorgesehenen Höchstgrenzen der Gebührenordnung, was bei der Arag der Fall ist, aber auch bei der CSS Versicherung, die momentan für die meisten Antragsteller noch etwas günstiger ist als die ARAG, allerdings muss bei der CSS Krankenhauszusatzversicherung mit Beitragsanpassungen in den nächsten Jahren gerechnet werden. (Dies kann allerdings bei jeder Krankenversicherung der Fall sein, doch im Gegensatz zur Gesetzlichen Krankenkasse gelten die Leistungen als garantiert, die im Versicherungsschein angegeben sind. Dagegen kann der Gesetzgeber weitere Kürzungen vornehmen).
Mit der Einführung des Gesundheitsfonds hat sich für die gesetzlich versicherten nichts verbessert, im Gegenteil profitieren die Versicherten nicht mehr von unterschiedlichen Beitragssätzen, da ein einheitlicher Beitragssatz nun vorgeschrieben ist. Allerdings können gut informierte dennoch sparen, indem sie zur BKK Pfalz wechseln, die sich ein von Kritikern gelobtes Prämienmodell ausgedacht hat, um weitere Mitglieder für sich zu gewinnen. Wer regelmäßig ab dem 35. Lebensjahr zur Vorsorgeuntersuchung geht und bestimmte Standard Impfungen vorweisen kann, bekommt 150 Euro Zuschuss, der z. B. für eine private Krankenhauszusatzversicherung verwendet werden kann oder eine Zahnzusatzversicherung. Sowohl im Bereich der zahnärztlichen Versorgung als auch bei der stationären Behandlung klaffen immer größere Versorgungslücken der Gesetzlichen Krankenversicherung, die nur durch eine private Zusatzversicherung geschlossen werden können. Dabei sollte gerade der Gesundheitsfonds die Probleme der Gesundheitsversorgung lösen.
Das zusätzliche Dilemma an der ganzen Sache ist, dass Patienten ohne private Zusatzversicherung sich auf eine suboptimale Behandlung, lange Wartezeiten oder hohe Zuzahlungen einstellen müssen, und das obwohl in diesen Tagen acht gesetzliche Krankenkassen die Option des Zusatzbeitrages in Anspruch nehmen werden. Wahrscheinlich werden noch viele Kassen folgen, auch wenn diese Tage betont wird, dass Zusatzbeiträge mit acht der insgesamt ca. 160 Kassen davon Gebrauch machen.
Jetzt kündigt die FDP an, die Zusatzbeiträge für Gesetzlich Versicherte wohlmöglich kippen zu wollen, während die Kanzlerin daran fest hält. Wohin die Reise beim Gesundheitsfonds gehen wird, bleibt ungewiss, da jeden Tag neue Änderungen angekündigt werden, um dann wieder von anderen Spitzenpolitikern verworfen zu werden. Die FDP redet seit der letzten Bundestagswahl davon, den Gesundheitsfonds abschaffen zu wollen. Nicht zuletzt weil weite Teile der Union daran festhalten, fehlt der Kompass in der Gesundheitspolitik, der aber bitter nötig ist. Die aktuelle Diskussion offenbart dafür aber umso mehr die Vorteile einer privaten Krankenhauszusatzversicherung oder ambulanten Krankenzusatzversicherung: Bei einer privaten Zusatzversicherung gilt das, was im Versicherungsvertrag steht, eine Gewähr, die Patienten bei der staatlichen Gesundheitspolitik keineswegs haben.
Obwohl Reformen, die eine klare Richtung angeben und das System des planwirtschaftlichen Gesundheitsfonds wieder einstampfen, dringend notwendig sind, betont das Bundesgesundheitsministerium wiederholt, dass nichts überstürzt werden dürfe. Die Tatsache, dass immer wieder auf Kommissionen verwiesen wird, zeigt, dass es wohl noch lange dauern wird, bis die Grundstrukuren der nächsten Gesundheitsreform bekannt werden, zumal der deutsche Gewerkschaftsbund schon angekündigt hat, ein Gegenkonzept vorlegen zu wollen. Langwierige politische Entscheidungsprozesse werden die Folge sein. Zwar ist der Patient auch bei einer privaten Krankenversicherung nicht vor steigenden Beitragssätzen bewahrt, doch im Gegensatz zur staatlichen Gesundheitsabsicherung ist stets der Leistungspfad einer privaten Zusatzversicherung bekannt.
Auch schon wieder eine Erhöhung des Arbeitgeberanteils wird diskutiert, was gerade in Zeiten der Wirtschaftskrise Gift wäre. Der Staat sollte besser, wie angekündigt die Bürger entlasten und den Abschluss von privaten Zusatzversicherungen fördern.
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