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Artikel-Schlagworte: „Private Krankenversicherung“

Mit der Einführung des Gesundheitsfonds hat sich für die gesetzlich versicherten nichts verbessert, im Gegenteil profitieren die Versicherten nicht mehr von unterschiedlichen Beitragssätzen, da ein einheitlicher Beitragssatz nun vorgeschrieben ist. Allerdings können gut informierte dennoch sparen, indem sie zur BKK Pfalz wechseln, die sich ein von Kritikern gelobtes Prämienmodell ausgedacht hat, um weitere Mitglieder für sich zu gewinnen. Wer regelmäßig ab dem 35.  Lebensjahr zur Vorsorgeuntersuchung geht und bestimmte Standard Impfungen vorweisen kann, bekommt 150 Euro Zuschuss, der z. B. für eine private Krankenhauszusatzversicherung verwendet werden kann oder eine Zahnzusatzversicherung. Sowohl im Bereich der zahnärztlichen Versorgung als auch bei der stationären Behandlung klaffen immer größere Versorgungslücken der Gesetzlichen Krankenversicherung, die nur durch eine private Zusatzversicherung geschlossen werden können. Dabei sollte gerade der Gesundheitsfonds die Probleme der Gesundheitsversorgung lösen.

Das zusätzliche Dilemma an der ganzen Sache ist, dass Patienten ohne private Zusatzversicherung sich auf eine suboptimale Behandlung, lange Wartezeiten oder hohe Zuzahlungen einstellen müssen, und das obwohl in diesen Tagen acht gesetzliche Krankenkassen die Option des Zusatzbeitrages in Anspruch nehmen werden. Wahrscheinlich werden noch viele Kassen folgen, auch wenn diese Tage betont wird, dass Zusatzbeiträge mit acht der insgesamt ca. 160 Kassen davon Gebrauch machen.

Jetzt kündigt die FDP an, die Zusatzbeiträge für Gesetzlich Versicherte wohlmöglich kippen zu wollen, während die Kanzlerin daran fest hält. Wohin die Reise beim Gesundheitsfonds gehen wird, bleibt ungewiss, da jeden Tag neue Änderungen angekündigt werden, um dann wieder von anderen Spitzenpolitikern verworfen zu werden. Die FDP redet seit der letzten Bundestagswahl davon, den Gesundheitsfonds abschaffen zu wollen. Nicht zuletzt weil weite Teile der Union daran festhalten, fehlt der Kompass in der Gesundheitspolitik, der aber bitter nötig ist. Die aktuelle Diskussion offenbart dafür aber umso mehr die Vorteile einer privaten Krankenhauszusatzversicherung oder ambulanten Krankenzusatzversicherung: Bei einer privaten Zusatzversicherung gilt das, was im Versicherungsvertrag steht, eine Gewähr, die Patienten bei der staatlichen Gesundheitspolitik keineswegs haben.

Obwohl Reformen, die eine klare Richtung angeben und das System des planwirtschaftlichen Gesundheitsfonds wieder einstampfen, dringend notwendig sind, betont das Bundesgesundheitsministerium wiederholt, dass nichts überstürzt werden dürfe. Die Tatsache, dass immer wieder auf Kommissionen verwiesen wird, zeigt, dass es wohl noch lange dauern wird, bis die Grundstrukuren der nächsten Gesundheitsreform bekannt werden, zumal der deutsche Gewerkschaftsbund schon angekündigt hat, ein Gegenkonzept vorlegen zu wollen. Langwierige politische Entscheidungsprozesse werden die Folge sein. Zwar ist der Patient auch bei einer privaten Krankenversicherung nicht vor steigenden Beitragssätzen bewahrt, doch im Gegensatz zur staatlichen Gesundheitsabsicherung ist stets der Leistungspfad einer privaten Zusatzversicherung bekannt.

Auch schon wieder eine Erhöhung des Arbeitgeberanteils wird diskutiert, was gerade  in Zeiten der Wirtschaftskrise Gift wäre. Der Staat sollte besser, wie angekündigt die Bürger entlasten und den Abschluss von privaten Zusatzversicherungen fördern.

LinkTipp:  Private Krankenversicherung

Jeder, der in den letzten Jahren im Krankenhaus gewesen ist, merkt es: Die Zwei-Klassenmedizin muss nicht verhindert werden, sie ist bereits Realität. Gesetzlich Krankenversicherte, die zudem über keine private Krankenhauszusatzversicherung verfügen, müssen in der Regel länger auf einen OP-Termin warten, werden in den meisten Krankenhäusern in Mehrbettzimmern untergebracht oder sogar in Zimmern “reingeschoben”, die gar nicht für so viele Personen ausgelegt sind. Darüber hinaus müssen sich ”Normalversicherte”, wenn keine akute Lebensgefahr, auf eine Chefarztbehandlung verzichten und sich mit eher unerfahreneren Ärzten zufrieden geben. Außerdem werden diese Patienten meistens sehr früh aus Kostengründen aus dem Krankenhaus entlassen und sind deshalb darauf angewiesen, zu Hause ihre Krankheit auszukurieren und sich von einer schweren OP erholen. Doch das alles ist dem Heilungsprozess und auch dem seelischen Wohlbefinden nicht gerade förderlich.

Auch die freie Krankenhauswahl und noch wichtiger die freie Arztwahl sind die Vorzüge einer guten Krankenhauszusatzversicherung. Insbsondere dieser Punkt sollte nicht unterschätzt werden, denn nicht jeder Arzt hat die gleiche Erfahrung und das gleiche Fachwissen. Wie alle Menschen sind auch Ärzte keine “Götter” und es gibt gravierende Unterschiede. Wer z. B. an Prostatakrebs erkrankt und keine private Krankenhausversicherung hat, wird von einem Arzt behandelt, der viele Operationen im Jahr durchführt und nicht unbedingt auf Prostatakrebs spezialisiert ist. Mit einer privaten Krankenhauszusatzversicherung kann sich der Versicherungsnehmer dagegen von einem Arzt behandeln lassen, der auf diese spezielle Krankheit spezialisiert ist und anstatt zehn, vielleicht hundert Protataoperationen in einer Zeitspanne ausübt. Damit steigt die Wahrscheinlichkeit eines optimalen Operationsergebnis signifikant. Ein Vorteil, der nicht unterschätzt werden darf. Gerade das Beispeil von Protatakrebs kann unglimpflich ausgehen und sogar Inpotenz zur Folge haben. Eine deutliche Einschränkung der Lebensqualität ist die Folge, daher sollte hier auf wirkliche Experten gesetzt werden, die auch komplizierte Formen des Prostatakrebes regelmäßig durchführen und somit die nötige “Routine” haben.

Darüber hinaus sind bei einem guten Tarif auch die vor- und nachstationäre Behandlung mitversichert, womit der Begriff der Krankenhauszusatzversicherung dem gesamten Leistungsumfang nicht gerecht wird.

Leider sparen die meisten Menschen daran, auch weil man sich besonders in Zeiten der Gesundheit, nicht gerne Gedanken über die Folgen einer Krankheit macht und falschen Optimismus an den Tag legt. Die unterlassene Eigenvorsorge für den Ernstfall kann nicht mit dem Unterlassen der Eigenvorsorge entschuldigt werden. Im Gegenteil ist eine Krankenhauszusatzversicherung gerade bei Gesundheit abzuschließen, da die Versicherungsbedingungen dann am günstigsten sind. Auch für Kinder ist eine Krankenhauszusatzversicherung sehr zu empfehlen, weil nur diese es ermöglicht, dass ein Elternteil mit dem Kind im Zimmer schlafen kann (rooming in), was maßgeblich zur Angstverminderung und damit zum Heilungsprozess des Kindes beiträgt.

Die neue Regierungskoalition aus Union und FDP will Eigenverantwortung, Transparenz und Wahlmöglichkeiten im Gesundheitssystem wieder stärker betonen. Die Kombinationsmöglichkeiten der Gesetzlichen Krankenversicherung mit einer Krankenhauszusatzversicherung sollen erweitert werden und auch in der Pflegeversicherung will schwarz-gelb mehr Eigenverantwortung und Selbstbestimmung. So soll der Begriff der “Pflegebedürftigkeit” differenzierter formuliert werden und es soll mehr in der Verantwortung des Pflegebedürftigen liegen, um so ein größeres Maß an eigenen Vorstellungen und Bedürfnissen in die Pflege mit einzubringen.

Bei der Finanzierung der Gesetzlichen Krankenversicherung besteht aber im Vorwege der Koalitionsverhandlungen noch Uneinigkeit zwishen den künftigen Koalitionären. So tritt die FDP vehement für eine Abschaffung des Gesundheitsfonds ein, während die Union und insbesondere Bundeskanzlerin Merkel den Fonds beibehalten wollen, u. a. weil dieser erst seit knapp neun Monaten bestehe und man gerade in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit Stabilität gerade auch in der Gesundheitspolitik brauche. Wünschenswert wäre aber eine Abschaffung des Fonds, da z. Zt. die Beitragssätze pauschal fest geschrieben sind, während früher die Versicherten z. B. von Kassen mit vielen jungen Leuten von geringeren Beitragssätzen profitieren konnten. Es spricht auch vieles dafür, dass sich die FDP durchsetzen wird, da auch viele führende Unionspolitiker den Gesundheitsfonds sehr skeptisch gegenüber stehen.

Sowohl Union als auch FDP wollen aber die Prävention fördern, um insbesondere den Volkskrankheiten vorzubeugen und die Eigenvorsorge durch eine Zusatzversicherung steuerlich begünstigen.

Entgegen der oft allgemein verbreiteten Vorstellung, die Parteien würden sich kaum noch unterscheiden, in der Gesundheitspolitik ist das definitiv nicht der Fall. So wollten SPD und Grüne im Falle eines Wahlsieges die Bürgerversicherung einführen, was zu einer quasi Abschaffung der privaten Krankenvollversicherung bedeutet hätte, mit der Folge, dass der private Versicherungsmarkt sich nur noch auf Zusatzversicherungen spezialisieren sollte.

In einer aktuellen Stellungnahme erklärt die Barmer Krankenkasse ihre gesundheitspolitischen Positionen zur Bundestagswahl. Wenn es nach der Kasse geht, gehört die Vollversicherung der PKV aufs Abstellgleis. Lediglich als Lieferant für die privaten Krankenzusatzversicherungen soll sie dann noch zur Verfügung stehen.

Die Diskussionen um das deutsche Gesundheitswesen und dessen Zukunft reißen auch und gerade so kurz vor der Bundestagswahl nicht ab. Nach der Einführung des Gesundheitsfonds und verschiedenen Vorschlägen zur Priorisierung von Gesundheitsleistungen, die die Gemüter erhitzten, ist nun mit der Stellungnahme der Barmer Ersatzkasse auch neuer Schwung ins Gerangel um die PKV und deren Existenzberechtigung gekommen.

So fordert der Vorstandsvorsitzende der Barmer, Johannes Vöcking, eine Reform des deutschen Gesundheitssystems. Und die beinhaltet eine Abschaffung der privaten Krankenvollversicherung. Die PKV soll demnach nur noch in „additiver Koexistenz“ zur GKV beispielsweise Einbettzimmer oder die Chefarztbehandlung bei Krankenhausaufenthalten anbieten.

Die Begründung für seine Forderung zieht Vöcking dabei aus der Finanzkrise. Sie lehre, dass die kapitalgedeckte private Gesundheitsvollversorgung mit großen Risiken verbunden sei. „Die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) hat sich hingegen in Krisenzeiten als Garant einer hochwertigen und sicheren medizinischen Versorgung der Bürgerinnen und Bürger bewährt“ erklärt der Barmer-Vorsitzende weiter.

Über diese Ausführungen hinaus wird von der Barmer auch Stellung zum gewährten Darlehen für die gesetzlichen Krankenkassen bezogen. Hier wird die Bundesregierung dazu aufgefordert, das Darlehen in einen Zuschuss umzuwandeln. Diese Forderung ist nicht neu, bereits im April hatte der Chef der KKH-Allianz einen Dauerzuschuss vorgeschlagen, da die Kassen womöglich nicht in der Lage sein würden, das Darlehen zurückzuzahlen.

Auch das System der Zusatzbeiträge will Vöcking überdacht wissen, da „Allein die Regelungen zum Einzug der Gelder [...] nach Auffassung der Barmer als „bürokratisches Monster“ zu bezeichnen sein.

FDP Chef Westerwelle sprach Tags darauf auch vom „bürokratischen Monstrum“. Allerdings bezog er damit in einem Interview Stellung zum Gesundheitsfonds. Dieser sei verkorkst und schlucke nach dem Willen der jetzigen Regierung in den nächsten Jahren viel Geld. Sein Ziel sei es daher, ihn wieder abzuschaffen. Stattdessen soll der FDP Medienberichten zufolge eher der Sinn nach der Aufgabe des gesetzlichen Krankenversicherungssystems stehen.